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Lernen für den zweiten Versuch

Nach dem ersten BESTANDENEN Versuch ist die Luft raus. Man ist evtl. mit seiner Note nicht zufrieden, aber weiter lernen ist eigentlich auch nicht die Wunschoption. Ich, Franziska, habe eigentlich gar nicht mehr gelernt für den zweiten Versuch. Es war schon hart sich überhaupt nocheinmal anzumelden. Als das aber geschehen war, wurde ich doch etwas nervös, sodass ich jedes Wochenende (nebenbei hatte ich noch den Schwerpunkt mit Hausarbeit und Klausur) ca. 3 Klausurenkursklausuren einfach nur gelesen und nachvollzogen habe.

Eine Woche vor den Klausuren habe ich meine Lernzettel erneut grob wiederholt und war auch erstaunlich beruhigt.

Jeder muss seine Schwachstellen aus dem ersten Versuch, aber auf jeden Fall erst einmal analysieren und gegen diese anarbeiten. Bei mir war es eine sehr angeschlagene Gesundheit (also habe ich Vitamine geschluckt) und das Schreiben an sich (insbesondere Formulierungen finden). Mit hat das Lesen der Klausuren sehr geholfen. Aber auch hier ist festzuhalten, dass jeder individuell ist und sich seinen Schwächen für das Examen stellen muss.

 

Bielefeld, 28.11.2016

Antworten

Wir haben in den vergangenen Monaten ein paar Fragen von Euch bekommen, die wir an dieser Stelle dringend beantworten sollten.

 

Angefangen mit dem zweiten Versuch im Examen. Viele sagen, dass sie sich nicht erheblich verbessert haben und auch viele Professoren denken das. Bei mir (Franziska) war es anders, allein weil ich schon viel entspannter in die Klausuren gehen konnte und nicht mit den üblichen Problemen kämpfen musste. Als erstes habe ich die Nacht vor der ersten Klausur und auch die nachfolgenden Nächte viel mehr geschlafen. Dann bin ich nicht krank geworden, wie beim ersten Mal. Und zu guter letzt konnte ich mir bei jeder Klausur einfach sagen: "Gib dein Bestes und argumentiere wie es für dich sinnvoll erscheint und nicht was der Korrigend vielleicht erwartet." Das hat die blödeste Klausur für mich zur besten gemacht, da ich einfach frei meine juristische Arbeitstechnik angewandt habe. Ich finde daher, dass man mit der richtigen Einstellung (etwas gelassener) im zweiten Versuch im Examen sehr viel erreichen kann.

 

Nun zur mündlichen Prüfung:

Man nimmt sich immer wieder vor bereits nach den schriftlichen Prüfungen sich direkt wieder auf die Mündliche vorbereiten zu wollen. Das klappt aber nicht wirklich gut. Diejenigen unter euch, die das hinkriegen, bewundern wir sehr. Unsere Motivation war aber erstmal verschwunden. Richtig los ging es erst als wir die Ergebnisse hatten und überhaupt sicher sein durften, dass wir auch zur mündlichen Prüfung antreten durften. Diese drei Wochen, die dann anbrechen, werden dann aber intensivst genutzt. Am besten bereitet man einen (bis zwei) Vorträge pro Tag vor und trägt sie einem "armen Opfer" ;-) vor. In der restlichen Zeit wiederholt man noch einmal kurz den gesamten Stoff. Wer mag kann Protokolle lesen. Es soll Prüfer geben, die protokollfest sind. Der Schein kann aber auch ganz schnell trügen und man sollte sich nicht darauf verlassen. Eine Tendenz kann man aber meistens ausmachen und Protokolle können einem die Angst nehmen, dass die Prüfer doch nett sind.

Vor der Prüfung selbst sollte man versuchen sich zu entspannen (leichter gesagt als getan, wissen wir). Das Wichtigste für die Prüfung ist es zu wissen, dass keiner der Prüfer Euch etwas Böses will, sondern eigentlich mit Euch um jeden Punkt kämpfen. Die anderen Prüflinge werde das gleiche Gefühl haben wir ihr und ebenso nervös sein, das unterstützt. Im Vorgespräch versuchte der Vorsitzende bereits die Nervosität ein wenig zu lindern und manche interessieren sich wirklich sehr für Euch und haben Euren Lebenslauf aufmerksam studiert. Manche Prüfer mögen es, wenn Ihr signalisiert, dass Ihr gerne die Frage übernehmen wollt. Passt aber auf, manche sehen das nicht so gerne. Genau dafür sind die Protokolle hauptsächlich geeignet.

 

So wir hoffen, diese Tipps haben Euch geholfen und wir wissen, dass das Examen kein Teufelswerk und keine Hexerei ist. Klar ist es eine Herausforderung, aber lasst Euch nicht entmutigen, wir haben es ja auch geschafft.

 

Bielefeld, 11.07.2016

Eingelebt

Auf zu neuen Ufern!

 

Wir sind wohlbehalten zurück in Bielefeld. Der Verbesserungsversuch war ziemlich erfolgreich. Neue Ideen müssen her.

 

Ja, das ist die kurze Zusammenfassung von unserem neuen alten Leben hier in Bielefeld. Wir haben uns wieder gut eingelebt, aber müssen gestehen, dass Brüssel doch spannender war (nicht besonders unerwartet). Trotzdem ist es hier aber auch schön! Wir haben es geschafft auf jeden Fall genug zu tun zu finden.

Angefangen mit dem Verbesserungsversuch. Die mündliche Prüfung lief relativ glatt und hat sich wirklich gelohnt sich noch einmal dadurch zu "quälen". Es waren nicht nur 2-3 Punkte mehr ;-)

Im Grund geht es jetzt auch schon weiter und zwar Richtung Referendariat. Vorerst müssen wir uns um den Papierkram kümmern und hoffen, dass unser Wunsch in Bielefeld zu bleiben in Erfüllung geht. Drückt uns die Daumen!

Wie es mit unserer Seite weitergeht, versuchen wir auch zu planen. Eine Fortführung im Referendariat fänden wir schon nicht schlecht und wir hoffen auch hier hättet daran Interesse. Daher nochmal: Auf zu neuen Ufern!

 

Bielefeld, 14.06.2016

Drei Monate Brüssel sind rum

Meine (Franziska) drei Monate in Brüssel werden diese Woche zu Ende gehen. Dank eines noch vorhandenen Urlaubsanspruchs werde ich auch schon am Freitag abreisen können und nicht noch bis Dienstag (31.05.2016) hier in Brüssel bleiben müssen. Das hört sich jetzt vielleicht so an, als ob mein Praktium in irgendeiner Weise besonders schrecklich gewesen ist, sodass ich keinen weiteren Tag mehr aushalte. So ist es aber nicht! Im Januar habe ich meinen Verbesserungsversuch wahrgenommen und wusste zwar, dass ich im Juni zur mündlichen Prüfung antreten werden müsste, aber noch nicht, dass die Ladung für den 01.06. eintrudeln würde.

So werde ich das Wochenende und die anschließenden zwei Tage hoffentlich noch ein wenig nutzen können, um in Ruhe etwas zu lernen. Der DIHK e.V. und meine Referentin haben mir netterweise zwar auch im Büro etwas Zeit eingräumt um zu lernen, aber in einem Großraumbüro ist das aufgrund der fehlenden Ruhe nicht so einfach. Im Anschluss an die Arbeit, falls man gegen 18 Uhr zurück ist (Abendveranstaltungen sind weiterhin), hat man auch seltener die Motivation noch einmal in die Vollen zu gehen.

 

In den Gastkommentaren hatten wir gesehen, dass sich jemand wünscht, dass wir einmal den Ablauf einer mündlichen Prüfung skizzieren und unsere Art der Vorbereitung detailreicher vorstellen. Bisher findet Ihr unter Grundlagen schon einen allgemeinen Abriss sowie ein paar Literaturhinweise, die Euch weiter helfen können. Ab dem 02. Juni werden wir das gerne in Angriff nehmen und dann demnächst ebenfalls unter Grundlagen veröffentlichen.

 

Bielefeld/Brüssel, 23.05.2016

Ein Besuch im Parlament

Es ist passiert! Nach 8 Wochen musste ich, Franziska, das erste Mal zur Arbeit laufen, weil die Metro nicht fuhr. Selbst nach den Anschlägen lief das besser. Aufgrund einer Bombenwarnung (verdächtige Tasche) musste schon früh gegen 6:30 Uhr eine Haltestelle evakuiert werden. Daraufhin kollabierte das System später. Die Linie 1 fuhr nicht mehr! Auch drei weitere Stationen mussten aufgrund der Menschenmassen geräumt werden, weil die Technik überlastet war. Und es war glücklicherweise nur ein Fehlalarm. Von den im Vorhinein berühmt berüchtig angekündigten Streiks waren bisher nur die Flughäfen betroffen und ich hoffe das bleibt auch so.

 

Die Ausschussitzungen hingegen am Mittwoch waren äußerst interessant und vergleichsweise entspannt. Erst einmal war es spannend mit dem Lobby-Ausweis ins Parlament zu gelangen und dann auch noch die richtigen Räume zu finden. Das Ding ist ganz schön groß. Die Themen waren sehr verschieden, aber viel spannender war die Atmosphäre und wie das eigentlich genau mit den Übersetzungen funktioniert. Rund um den Sitzungssaal sind Boxen angebracht, in denen die Dolmetscher sitzen und es klappt wirklich gut, nur die Kopfhörer sind äußerst unbequem. Man kann sich aber auch selbst welche mitbringen. Wer einen Blick ins Parlament werfern kann, sollte es unbedingt einmal machen. Ein paar Fotos werden wir noch online stellen.

 

Die Zeit geht schneller rum als gedacht und für eine von uns sind die sechs Wochen schon vorbei. Morgen geht es daher schon wieder nach Hause.

 

Brüssel, 22.04.2016

Mhhh, Lecker...Abendveranstaltungen!

Brüssel ist keine ganz günstige Stadt, auch was Lebensmittel bzw. zubereitete Speisen angeht. Daher ist es von Vorteil, dass es hier viele Veranstaltungen gibt bei denen man Essen abstauben kann.

Um Ostern und aufgrund der Anschläge war es etwas ruhiger geworden, doch es geht nun wieder los.

 

Diese Woche gleich an drei Abenden und zweimal auch zum Mittagessen. Das Essen ist nicht nur gratis, sondern auch wirklich gut und abwechslungsreich (bisher). In der Regel gibt es deutsche, spanische oder französische/belgische Küche. Wir würden uns auch auch mal über italienische Küche freuen, falls dies ein Gastgeber liest ;-)

Dennoch ist es auch anstrengend jeden Abend eine Veranstaltung zu besuchen, denn man macht das meistens nicht zum Spaß, sondern muss auch mitschreiben und am Folgetag, der trotzdem um 9 Uhr beginnt, einen Bericht abliefern.

Weiterer Lichtblick bei den Veranstaltungen: Es ist echte Politprominenz auf der Bühne und auch im Publikum. In dieser turbulenten Woche lauschten wir bereits unserem europäischen Kommissar Günther Oettinger und dem ehemaligen Ministerpräsidenten von Niedersachsen David McAllister. Außerdem beobachteten wir verstohlen den Europa-Parlamentarier Martin Sonneborn.

 

Die Prioritäten eines Praktikanten in Brüssel: 1. Essen 2. gutes Essen 3. Alkoholausschank 4. nicht allzu langweilige Veranstaltung ;-) (nicht falsch verstehen, es gibt auch wirklich spannende Diskussionen, Filmabende und Vorträge! Das haben wir schon erlebt.)

Trotz alledem oder gerade deshalb freuen wir uns auch schon auf den heutigen Abend und lassen uns überraschen, was es wohl zu Essen geben wird und wie die Diskussion so sein wird.

 

Brüssel, 07.04.2016

Ostern mit der Familie

Nach vergangenem Dienstag haben wir uns sehr auf Ostern gefreut. Der Anschlag am Flughafen war noch wenig bedrohlich, aber der Anschlag auf die Metro hat uns dann doch sehr mitgenommen. Als Praktikanten waren wir dann auch für den Rest der Woche von der Arbeit freigestellt. Wieder mit der Metro zu fahren war dann auch ein etwas mulmiges Gefühl. Doch alles geht bereits wieder seinen geregelten Gang. Sogar die Metro fährt durch die Station Malbeek wieder durch und der Arbeitsweg wird einerseits wieder einfacher, andererseits erstmal wahrscheinlich schwerer.

 

Am Osterwochenende waren wir mit unseren Familien zusammen. Es war schön etwas Ablenkung zu haben und Ihnen versichern zu können, dass es uns gut geht.

 

Nun geht's in die nächste (verkürzte) Arbeitswoche.

 

Brüssel, 29.03.2016

Arbeitsalltag in Brüssel

Wir sind jetzt beide schon so lange hier, dass wir ein wenig was über unseren "Arbeitsalltag" erzählen können und wie wir Brüssel als Stadt so finden.

 

Zwar gibt es feste Arbeitszeiten (ca. 8:30-18:00 Uhr), aber während dieser Arbeitszeit gibt es vielerlei Aufgaben. Man verfasst Stellungnahmen für Konsultationen (mit Übersetzung), liest Zeitung für die Presseschau, recherchiert zu bestimmten Themen, lauscht Ausschuss-/Plenarsitzungen und hält die Pressemitteilungen im Auge. In manchen Wochen mehr, in anderen weniger besucht man Veranstaltungen wie Debatten, Konferenzen, Workshops, Stakeholder meetings oder Filmvorführungen. Ab und an geht man auch einmal ins Parlament und lauscht vor Ort dem politischen Geschehen. Am beliebtesten unter Praktikanten sind die Abendveranstaltungen, weil dort in der Regel auch ein reichhaltiges Buffet am Ende angeboten wird. Langeweile braucht nicht so schnell aufkommen.

 

Unter der Woche plagt man sich dann mit dem Malaisen einer Großstadt herum. Die Bahnen streiken, die Busse stecken wie alle Autos im Berufsverkehr fest und wenn dann noch eine Demo hinzu kommt, geht nur noch laufen. Aus internen Kreisen heißt es, je wärmer es werden sollte (Frühling und so) umso mehr Demonstrationen finden im Europaviertel statt. Ab und an kommt dann noch der Europäische Rat (wie aktuell) dazwischen, der dann den Place Schuman (nur ein Verkehrsknotenpunkt) komplett lahm legt. Ganz anders ist es dann am Wochenende. Die Touristen-Dichte nimmt zwar sichtbar zu, aber ansonsten sind die Straßen leer (im Europa-Viertel wehen dann Steppenläufer durch die Straßen, munkelt man).

 

Das ist bisher unser erster Eindruck. Bei spannenden neuen Erfahrungen melden wir uns natürlich wieder. Alles rund um die Stadt und ihre Ecken findet Ihr nun hier.

 

Brüssel, 18.03.2016

Neuer Redaktionsstützpunkt: Brüssel

Wir haben schon wieder lange nichts von uns hören lassen und in der Zwischenzeit ist wirklich was passiert.

 

Also:

Wir haben jetzt ein vollständiges Examen! Die letzte Klausur, in Form der Schwerpunktbereichsklausur, haben wir vor ca. 3 Wochen geschrieben und, da wir davon ausgehen irgendwie 4 Punkte hingeschmiert zu haben, können wir uns jetzt Diplomjuristen nennen. Auf die Ergebnisse warten wir natürlich noch ein wenig...wie immer.

Als zweites wichtiges Ereignis aus den vergangenen Wochen haben wir zu berichten, dass wir zur Zeit aus Brüssel schreiben bzw. bisher nur eine, Franziska, von uns, aber die andere, Michaela, wird nächste Woche nachziehen. In Brüssel absolvieren wir beide ein Praktikum. Franziska beim DIHK e.V. für drei Monate und Michaela für sechs Wochen bei der nordrhein-westfälischen Landesvertretung. Das wird eine spannende Zeit von der wir Euch natürlich (hoffentlich regelmäßiger) berichten werden.

Zudem soll es unter der Rubrik "Praktikum-Berichte" die neue Kategorie Brüssel geben. Dort wird es nur hintergründig um unsere Praktika vor Ort gehen, zuvörderst wollen wir Euch Brüssel näher bringen und Euch Tipps geben, was man in Brüssel alles entdecken und erleben kann.

 

Wie gesagt, es ist viel passiert und wir halten Euch auf dem Laufenden.

 

Brüssel, 04.03.2016

Der 2. Versuch

Der zweite Versuch hat begonnen und es ist einfach ein ganz anderes Gefühl. Beim ersten Mal wusste man nicht, was einen erwartet, wie es überhaupt im Klausurenraum aussieht und dass man 10€ für den Spind mitbringen muss.

 

Diesmal ist das ganz anders! Aufgeregt und nervös ist man zwar trotzdem, doch gleichzeitig liegt eine solide Grundentspanntheit vor. Man braucht sich nicht zu viele Gedanken machen, weil man ja bereits ein Examen hat und das wichtigste man weiß, was einen erwartet. Das Prozedere und der Ablauf eines jeden Morgens sind nichts Neues mehr. Man kommt am ersten Morgen an und meldet sich an. Im Zuge dessen zahlt man 10€ und erhält einen Spind-Schlüssel. Alles was man mit reinnehmen möchte für die Klausur packt man nun in einen Rollkoffer und meldet sich zur Leibesvisitation und Durchsuchung seiner Sachen. Dann schaut man auf den Plan, um zu erfahren wo man an diesem Tag sitzen wird. Schließlich richtet man sich ein und legt die Armbanduhr auf den Tisch neben sich (UNERLÄSSLICH!). Und schon kann es losgehen ;-)

 

Auch die Motivation ist eine andere, man will zeigen, dass man es besser kann und zittert nicht mehr, dass man es überhaupt schafft.

 

Kleiner letzter Tipp noch: Setzt Euch mit dem Vermieterpfandrecht auseinander! Sowohl beim ersten als auch beim zweiten Mal wurde es abgefragt ;-)

 

Bielefeld, 20.01.2016

Es ist alles vertretbar oder doch nicht?

Wie oft hat man es in der Vorlesung schon gehört: Es ist alles vertretbar, solange man es gut begründet!

 

Leider ist das nicht die Realität, die dann in Prüfungen auf einen zukommt. Jeder hat seine Präferenzen und findet manche Argumente überzeugender als andere. Aber unser Studium lebt ja gerade von dieser Argumentationsvielfalt. Viele "Rechtswissenschaftler" führen sogar an, dass nur dies uns zu einer Wissenschaft empor hebt.

Etwas mehr Toleranz beim Nachvollziehen von Lösungsansätzen wäre da schon wünschenswert. Wir kennen in einer Klausur nicht die Lösungsskizze/Musterlösung und können uns daher auch nicht sklavisch daran orientieren...das sollten sich auch die Korrekturassistenten zu Herzen nehmen.

Es gäbe auch viel weniger Remonstrationen ;-)

 

Bielefeld, 09.12.2015

War das ein Kompliment?

Seit letztem Semester nehmen wir an einem interdisziplinären Programm (Uni Bielefeld: Europa Intensiv) teil, um eine Zusatzqualifikation zu erhalten.

Dadurch werden wir langsam resozialisiert und lernen auch Studierende aus anderen Fakultäten kennen, was zu bizarren Momenten führen kann, wie diesem:

 

Es gibt da einen netten Soziologie-Studenten, dem wir offenbart haben, dass wir Jura studieren. Seine Reaktion: "Das hätte ich nicht gedacht!" In diesem Programm gibt es auch noch andere Jura-Studierende, denen man es nach seiner Ansicht sofort ansieht, dass sie Jura studieren. Ehrlich gesagt, haben wir uns über seine Überraschung gefreut, denn auch wir selbst haben nicht das beste Bild von unseren Kommilitonen. Natürlich kennen wir viele Ausnahmen und wollen keine Vorurteile haben, aber der stereotype Jura-Student ist hartnäckig in unserer Vorstellung verankert.

Dazu gehören selbstverständlich ein etwas schickeres Aussehen, wie Bluse/Blazer bzw. Hemd/Sakko, eine komplizierte und gehobene Ausdrucksweise und eine etwas elitäre Ausstrahlung. Andere formulieren das eher so: Schmieriges Aussehen, schwafelige und geschwollene Ausdrucksweise und Arroganz.

Ebenso hält sich das Vorurteil, dass Juristen alles Einzelgänger seien, Freundschaften gibt es nur als Zweckgemeinschaften und wir würden wichtige Bücher z.B. für Hausarbeiten vor Kollegen verstecken. Das Bild eines Jura-Studenten an anderen Fakultäten ist also alles andere als rosig!

Wir hoffen, dass sich das ändert und erklären immer wieder, dass es natürlich schwarze Schafe gäbe, die Bücher verstecken. Ein schickeres Aussehen muss nicht gleich schmierig sein, sondern gehört irgendwann zum Beruf. Das Studium ist da eher als Eingewöhnungsphase zu sehen. Das Studium legt es nicht darauf an, dass man im Team arbeitet. Und schließlich finden wir, dass man auf sich stolz sein darf, wenn man das Jura-Studium meistert!

 

Daher die Frage: War das ein Kompliment, als er meinte, dass wir keine typischen Jura-Studierenden seien?

 

Bielefeld, 08.12.2015

November-Blues

FRUST! Irgendwie sind wir gerade sehr lustlos und unmotiviert... Das Wetter und die vermaledeite Notengebung im juristischen Studium setzen uns wirklich zu. Wir stecken mitten im November-Blues!

 

Die Ergebnisse der Schwerpunkthausarbeit sind da und haben den ein oder anderen schon hart getroffen. Die Maßstäbe sind höchst unterschiedlich und so ist es doch ganz schön ernüchternd, wenn man (auch wenn man weiß, dass man das nicht sollte) seine eigene Note mit denen anderer vergleicht. Nicht nur im Examen kann keine Rede von einer wohlwollenden Notengebung sein. Klar verstehen wir, dass grundlegende Kenntnisse und Arbeitstechniken wie z.B. der Gutachtenstil beherrscht werden müssen, aber trotzdem kann man bei kleinen Abweichungen von der herrschenden Meinung oder ungünstigen Formulierungen auch mal ein Auge zudrücken. Es geht schließlich um unsere ZUKUNFT!!! Ebenso vermissen wir dies auch in den Schwerpunktbereichen. Ob es den Dozenten bewusst ist, dass der Schwerpunkt 30% des Examens ausmacht und für viele die Examensnote nochmal nach oben korrigieren soll? Nicht umsonst wählt man das, was man am besten kann und Spaß dran hat (manche aber auch, wo es angeblich die meisten Punkte gibt). Wir wissen es doch alle: Manche Schwerpunktbereiche haben einen miesen Ruf, weil man kaum eine Chance hat zweistellig zu werden (oder es öffentliches Recht ist ;-)).

Ein Richter meinte einmal zu uns, dass einige Richter bei der Korrektur von Examensklausren die Angst befällt, dass sie Konkurrenz bekommen, wenn jemand zu gut ist. Ist sowas nicht traurig?

 

Das musste mal gesagt werden! Trotzdem viel GLÜCK, weil das ist oft wichtiger als Können...

 

Bielefeld, 17.11.15

Wir haben ein Examen!

Wir haben lange nichts von uns hören lassen, das tut uns wirklich Leid! Es ist nur sehr sehr anstrengend gewesen die letzte Zeit, sodass wir erst einmal Luft holen mussten.

 

Also die Schwerpunkthausarbeit haben wir abgegeben und warten nun auf die Ergebnisse. Vier Wochen sind zwar hart, aber machbar, wenn man es schafft sich voll und ganz darauf einzulassen und auch wirklich Lust hat sich wieder anspruchsvoller zu betätigen. Wir waren auch beide zufrieden mit unseren Themen, sodass wir uns voll motiviert in diese Aufgabe gestürzt haben und die vier Woche durchgezogen haben.

 

Während dieser Zeit kam auch die Mitteilung, dass wir beide zur mündlichen Prüfung zugelassen worden waren. Juchhu!

Leider kam aber für eine von uns noch in der letzten Hausarbeitswoche schon die Ladung für die mündliche Prüfung, sodass es hieß: "Schnell fertig werden und starten zu lernen." Täglich wurde mindestens ein Strafrechtsvortrag geübt, sodass wir beide am Ende ca. 25 Vorträge geübt hatten und uns gut vorbereiten fühlten. Anhand der Protokolle versuchten wir die Prüfer einzuschätzen und auf mögliche Steckenpferde zu achten. Wir beide hatten das Vergnügen zwei komplette neue Prüfer dabei zu haben, also musste wieder alles ins Gedächtnis gerufen werden. Die Zuordnung wer welches Gebiet prüft ist auch nicht ohne Weiteres möglich, sodass man im Zweifel alle Protkolle eines Prüfers lesen sollte. Bei den wenigsten Prüfern ist aber eine sogenannte Protokollfestigkeit zu diagnostizieren. Franziska hatte eigentlich das Glück, nur dass der Prüfer es sich an diesem Tag wohl anders überlegt hatte und ganz andere Schwerpunkt setzte. Dieser Schockmoment musste erstmal überwunden werden.

 

Wir beide haben nun die mündliche Prüfung bereits hinter uns. Natürlich waren wir schrecklich aufgeregt, konnten die Nacht vorher nicht schlafen und malten uns Horrorszenarien aus. So schlimm war es aber eigentlich gar nicht im Nachhinein (ist ja meistens so). Der Vortrag lief bei uns beiden wirklich zufriedenstellend. Danach fühlt man sich bereits 100kg leichter, besonders wenn man der Meinung ist, dass er gut gelaufen ist. Das pusht einen ziemlich.

Die Gespräche gehen, wenn sie erstmal angefangen haben, mehr oder weniger wie im Flug vorbei. Wenn eine Frage freigegeben wird für alle, sollte man sich mal ein Herz fassen und einfach mal etwas "raushauen", besonders wenn man einen begründeten Verdacht hat ;-). Mit der Mündlichen waren wir beide sehr zufrieden.

 

Trotzdem werden wir wohl unseren Verbesserungsversuch im Januar wahrnehmen, kann ja nur (noch) besser werden. Vorerst heißt es Abstand gewinnen, ein wenig ausspannen und erst im Oktober wieder voll durchstarten.

 

Wir halten Euch natürlich auf dem Laufenden wie wir uns nun das zweite Mal vorbereiten und wie der Schwerpunkt so läuft.

 

Bielefeld, 15.09.2015

Die Schwerpunkthausarbeit - Zwischenbericht

Wie Ihr wisst haben wir unseren Schwerpunkt gefunden und das erste Semester auch schon absolviert. Nun steht die Hausarbeit an.

Voller Aufregung standen wir wie 80 weitere Kommilitonen um 10 vor 9 Uhr bereits vor dem Raum der Ausgabe. Unmengen von Briefumschlägen wollten zur ihren Bearbeitern. Die Vorfreude war groß! (Wirklich!)

Kaum hatten wir unsere Briefe, rissen wir sie auf und machten uns unser erstes Bild.

Nach dem ersten Verstehen und abschätzen rannten wir der Masse hinterher in die Bibliothek. An der Universität Bielefeld ermöglichen sie einem zum Schreiben der Schwerpunkthausarbeit einen Tischapparat einzurichten, das heißt Bücher auf einen Arbeitsplatz auszuleihen und sie so zu "sichern". So etwas wollten wir auch!

Nach der Einrichtung begann sofort die Recherche so wie den Rest der Woche über. Nun sind 10 Tage schon rum und wir nähern uns der Schreibphase. Gefühlsmäßig ist es einfach schön mal wieder intensiv den Kopf gebrauchen zu müssen.

In 18 Tagen ist nun die Abgabe und danach gibt es mehr von uns und ob die Zeit gereicht hat.

Schon wieder wählen - Schwerpunktwahl!

Unsere erste Wahl, die nach der richtigen Examensvorbereitung für uns, haben wir zufrieden getroffen. Aber damit nicht genug, man muss noch einmal eine wichtige Entscheidung im Jura-Studium treffen, denn auch diese hat immerhin teilweise (30%) mit dem Examen zu tun. Es steht die Schwerpunktwahl an.

 

Auch hier gibt es zwei Ansätze. Die eine Gruppe guckt sich den Schwerpunkt aus, der den eigenen Interessen am meisten entspricht. Die andere hört sich um, in welchem Schwerpunkt man die meisten Punkte holen kann.

Wir haben unserer Liste noch ein paar mehr Kriterien hinzugefügt. Natürlich wollen wir auch einige Punkte einsammeln, wie gesagt immerhin 30% des Examens bestimmt der Schwerpunkt. Wir sind aber auch der Auffassung, dass man viele Punkte leichter in dem Schwerpunkt erhält, an dem man auch Interesse hat oder zumindest überhaupt entwickeln kann. Da wir auch von Anfang vor hatten, die Vorlesungen ernst zu nehmen und regelmäßig zu besuchen, lohnte sich für uns auch ein Blick auf die Leiter bzw. Dozenten der angebotenen Schwerpunktbereiche. Ist einem einer der Hauptdozenten nicht bekannt, sollte man sich nicht schämen und einfach einmal Probehören. Unterstützend haben wir Erfahrungsberichte von Studenten eingeholt, die kurz zuvor die zur Auswahl stehenden Schwerpunktbereiche absolviert hatten.

Kann man sich zwischen zwei Schwerpunktbereichen nicht entscheiden, hilft bei der Wahl eine Auseinandersetzeung mit den Zusatzveranstaltungen.

 

Daher sitzen wir nun in Schwerpunkt Bereich 4 der Universität Bielefeld: Öffentliches Wirtschaftsrecht in der EU und sind sehr glücklich mit den bisherigen Veranstaltungen.

 

Bielefeld, 11.06.2015

Rückblick – Das schriftliche Examen

Ein Monat ist vorbei und mittlerweile können wir etwas distanzierter und rationaler auf die Zeit des schriftlichen Examens blicken. Im Nachhinein erschien alles machbar und unsere Lösungswege sind (soweit man sich an sie erinnern kann) mehr oder weniger vertretbar.

 

Die Strafrechtsklausur war fast zu einfach (negativ konnotiert). Der materielle Teil war ein Mix aus Vermögensdelikten und der strafprozessuale Teil war die Zulässigkeit der Ablehnung eines Beweisantrages (Stichwort Lügendetektor). War eine Klausur zu einfach, hatten wir das Gefühl, schwerer eine Note über dem Durchschnitt zu erzielen. Wir sind gespannt, ob sich diese Befürchtung bewahrheitet. Geärgert hat uns vor allem, dass wir im Grunde nur das Wissen aus dem dritten Semester abgefragt wurden. Im Bearbeitervermerk wurden viele Delikte aus der Prüfung ausgeschlossen. Im Ergebnis war Strafrecht nicht unsere Lieblingsklausur. (Witzigerweise wünschen wir uns beide Strafrecht als Vortragsthema in der mündlichen.)

 

Die Zivilrechtsklausuren waren… ähm…. Zivilrecht. An eine können wir uns immer nicht erinnern. In der ersten ging es um das Deliktsrecht. § 823 BGB in all seinen liebenswerten Variationen. Die nächste war eine kaufrechtliche Klausur und die letzte drehte sich rund um das Vermieterpfandrecht (inkl. Grundstücksverkauf und Anfechtung). Handels- und Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Familien- und Erbrecht völlig umsonst gelernt. Hätte ja aber drankommen können…

 

Die öffentlich-rechtlichen Klausuren waren keineswegs entspannend. Der erste Sachverhalt (Thema Uber-Verbot) fasst vier Seiten. Wer denkt, dass Strafrecht Rennfahrerklausuren sind, der hat diese noch nicht gelöst. Viele kamen kaum bis ans Ende, das meiste musste am Rand angesprochen werden. Die letzte Klausur war für uns das absolute Highlight (wahrscheinlich und vor allem, weil es die letzte war). Es ging um die Einführung einer Luftverkehrssteuer und formell sowie materiell verfassungsrechtliche Probleme. Also eine Grundrechte- und Staatsorgaklausur.

 

Danach waren wir einfach nur euphorisch. Mit dem netten Hinweis, dass Sekt bitte nicht direkt vor dem Landgericht getrunken werden sollte, sind wir über die Straße gegangen und haben angestoßen. 6 Klausuren geschafft!

 

Wichtig ist vor allem, dass die Hand und der Arm zwischen den Klausuren entspannt werden. Bei uns in der Gruppe hatte wer eine Sehnenscheidenentzündung. Dann schreibt man trotzdem weiter. Mit zusammengebissenen Zähnen und vollgepumpt mit Schmerzmitteln.

 

Außerdem liegt uns noch folgendes auf dem Herzen (auch wenn uns niemand glaubt): Man braucht eine gute Basis, d.h. ein Grundverständnis für jede Materie. Sich Detailwissen anzueignen, ist in manchen Bereichen sogar Verschwendung. Zu 99,9% der Fälle bekommt man sowieso eine Problematik, mit der man sich zuvor nicht auseinandergesetzt hat. Im Examen sieht man gefühlt alles „zum ersten Mal“ und es kommt nur auf diese Klausuren an.

Und wir haben zur Beruhigung immer eine ganz einfach Rechnung angestellt:
Der staatliche Teil zählt 70%. Im staatlichen Teil sind 40 % mündliche und 60% schriftliche Prüfung. Jede Klausur zählt also im staatlichen Teil 10%. Das sind schlussendlich lediglich 7% pro Klausur. Wenn also eine schief läuft: Egal, es sind nur 7%! (mw)

Bielefeld, 18.05.15

Neuigkeiten

Unsere Homepage baut sich durch unser Rep auf und ist daher jetzt vollständig!

Das Examen ist geschrieben (!) insgesamt gibt es zwar weniger neue Beiträge, aber wir hören noch nicht auf ;-)

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Das JPA Hamm lässt keine Verwaltungspraktika in privat organisierten Institutionen zu, auch nicht wenn sie öffentliche Aufgaben wahrnehmen!

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Neuster Stand: Auschwitz-Prozess

Die Nebenkläger verlangen die Ladung eines bereits verurteilten SS-Wachmanns Oskar Gröning, der zur gleichen Zeit wie der Angeklagte in Auschwitz eingesetzt worden war. Dieser könnte mangels Rechtskräftigkeit seines Urteils sich auf ein Aussageverweigerungsrecht stützen.

Weiterhin kündigte die Verteidigung an am 29.04. eine Aussage des Angeklagten zu verlesen.

Es wird ebenso keine Reise in die USA geben um weitere Überlebende zu vernehmen.

 

15.04.2016

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© Franziska Wiesner & Michaela Wördehoff